veröffentlicht am 01.08.2025
Immer wieder hört man Schlagzeilen wie: „Wärmepumpen im Altbau sind Stromfresser!“ – und viele Hausbesitzer sind deshalb verunsichert. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Wer sich genauer mit der Technik beschäftigt, erkennt schnell: Auch in unsanierten Gebäuden kann eine Wärmepumpe effizient und wirtschaftlich arbeiten.
Warum eine Wärmepumpe keine Stromfresserin ist
Eine klassische Öl- oder Gasheizung verwandelt den Brennstoff direkt in Wärme. Die Effizienz lässt sich als Wirkungsgrad messen. Eine Wärmepumpe arbeitet dagegen anders: Der eingesetzte Strom treibt lediglich den Kompressor an. Die eigentliche Wärme kommt aus der Umweltenergie – aus Luft, Erdreich oder Grundwasser.
Wie effizient das geschieht, zeigt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt das Verhältnis von erzeugter Heizwärme zum eingesetzten Strom. Beispiel:
- JAZ 3,3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,3 kWh Heizwärme.
Kostenvergleich: Öl, Gas und Wärmepumpe
Mit einem Wärmepumpenstromtarif (aktuell ca. 0,25 €/kWh) und einer JAZ von 3,3 ergibt sich:
- Heizöl: ca. 10 Cent pro kWh Wärme
- Erdgas: ca. 12–14 Cent pro kWh Wärme
- Wärmepumpe: nur ca. 7,5 Cent pro kWh Wärme
Rechenbeispiel:
Ein Haushalt mit 20.000 kWh Wärmebedarf zahlt:
- Heizöl: ca. 2.000 €
- Erdgas: ca. 2.600 €
- Wärmepumpe: nur ca. 1.515 €
Das bedeutet: Eine Wärmepumpe ist im Schnitt bis zu 40 % günstiger als Öl oder Gas.
Erfahrungen aus der Praxis
Wir haben über 70 Kundenanlagen in Altbauten ausgewertet:
- 90 % erreichen eine JAZ von mindestens 3,3
- Vorlauftemperaturen liegen meist bei 60–65 °C – ausreichend für effizienten Betrieb
- In den meisten Fällen ist kein Heizkörpertausch notwendig
- Zusätzliche Dämmmaßnahmen oder neue Fenster können die Effizienz noch weiter verbessern
Häufige Vorurteile – und die Fakten
❌ „Ohne komplette Sanierung funktioniert eine Wärmepumpe nicht.“
✅ Falsch: Selbst in unsanierten Altbauten sind mit richtiger Auslegung effiziente Werte erreichbar.
❌ „Wärmepumpen treiben die Stromrechnung in die Höhe.“
✅ Der Stromverbrauch steigt zwar, dafür sinken Öl- oder Gaskosten komplett weg. In Summe sind die Heizkosten deutlich niedriger.
❌ „Im Winter reicht die Wärmepumpe nicht aus.“
✅ Moderne Geräte sind auch bei Minusgraden leistungsfähig. Eine sorgfältige Auslegung und der hydraulische Abgleich sichern die Wärmeversorgung.
Fazit
Eine Wärmepumpe ist auch im Altbau keine Stromfresserin, sondern eine zukunftssichere und wirtschaftliche Alternative. Sie senkt nicht nur die laufenden Heizkosten, sondern macht unabhängiger von fossilen Brennstoffen – und das in den meisten Fällen ohne teure Komplettsanierung.
Vergleichstabelle Heizkosten
| Energieträger | Kosten pro kWh Wärme | Beispielkosten (20.000 kWh) | Besonderheiten |
| Heizöl | ca. 10 Cent | 2.000 € | ca. 10 kWh Energie je Liter Heizöl |
| Erdgas | ca. 12–14 Cent | 2.600 € | Preisschwankungen je nach Tarif |
| Wärmepumpe | ca. 7,5 Cent | 1.515 € | JAZ 3,3 bei 0,25 €/kWh Strom |