Warum Sie jetzt keinen (gebrauchten) fossilen Kessel mehr einbauen sollten

veröffentlicht am 15.07.2024

Liebe Hausbesitzer,

die Versuchung, einen gebrauchten fossilen Heizkessel zu einem vermeintlich günstigen Preis einzubauen, mag groß sein. Doch gerade jetzt sollten Sie sich gut überlegen, ob das wirklich eine sinnvolle Investition ist. Hier sind einige Gründe, warum der Einbau eines gebrauchten fossilen Kessels keine gute Entscheidung ist:

Kein Bestandsschutz für neue Anlagen

Ein oft übersehener Punkt ist der Bestandsschutz, der bei neu eingebauten fossilen Kesseln mit aktuellem Inbetriebnahmedatum entfällt. Das bedeutet, dass eine neue Anlage, auch wenn sie gebraucht ist, ab dem Inbetriebnahmedatum als neue Anlage gilt und somit den aktuellen gesetzlichen Anforderungen unterliegt. Diese beinhalten unter anderem strenge Vorgaben zur Nutzung biogener Brennstoffe ab 2028, die ein alter fossiler Kessel oftmals nicht erfüllen kann.

Verpflichtung zu biogenen Brennstoffen ab 2028

Ab 2028 müssen alle neu nach dem 1.1.2024 installierten Heizkessel mit einem stetig steigenden Anteil biogener Brennstoffe betrieben werden. Gebrauchte fossile Kessel, die diese Anforderungen nicht erfüllen, werden Ihnen zusätzliche Kosten und Aufwand verursachen, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen. Für ihren bestehenden, alten Kessel gelten diese Anforderungen nicht – sie sparen also viel Geld mit ihrem Alten!

Geringere Förderungen in der Zukunft

Wenn Sie jetzt einen alten fossilen Kessel installieren, müssen Sie in absehbarer Zukunft dennoch auf ein moderneres Heizsystem umstellen. Die Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind derzeit sehr attraktiv. In einigen Jahren könnten diese Förderungen jedoch geringer ausfallen, was bedeutet, dass Sie dann mehr aus eigener Tasche bezahlen müssen.

dubiose Quellen und BAFA-Förderungen

Beim Kauf und der Installation von gebrauchten fossilen Kesseln besteht zudem die Gefahr, dass Sie auf dubiose Quellen oder gar Subventionsbetrug hereinfallen. Hintergrund ist, dass zurzeit viele alte Öl- und Gaskessel ausgebaut werden und für die Entsorgung eine Art „Abwrackprämie“ erhalten. Wir geben zum Beispiel dann immer die Herstellnummer des ausgebauten Kessels bei der BAFA an. Wenn dieser Kessel dann wieder eingebaut wird, findet definitiv Subventionsbetrug statt. Da der Schornsteinfeger ein Kehrbuch mit dem Verzeichnis aller Feuerstätten des Bezirks führen muss, wird dieses nachvollziehbar dokumentiert und nachvollziehbar. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger wird dabei als Beliehener öffentlich im Auftrag des Staates tätig und wird sich nicht wegen eines alten Kessels „die Finger schmutzig machen“.

Fazit

Ein gebrauchter fossiler Kessel mag auf den ersten Blick wie eine günstige Lösung erscheinen, birgt jedoch zahlreiche Risiken und Nachteile. Die gesetzlichen Anforderungen, die Verpflichtung zu biogenen Brennstoffen und die Möglichkeit geringerer zukünftiger Förderungen machen den Einbau eines gebrauchten fossilen Kessels zu einer schlechten Entscheidung. Setzen Sie stattdessen auf moderne, effiziente und umweltfreundliche Heizsysteme, die Ihnen langfristig Kosten sparen und eine sichere Zukunft gewährleisten.

Wenn Sie diesen Schritt noch nicht gehen wollen, dann lassen Sie Ihren alten Kessel lieber unverändert stehen, um den oben beschriebenen Gefahren aus dem Weg zu gehen.